Schreiben? Einfach. Nur die Buchstaben in die richtige Reihenfolge bringen.

(Nicht) über mich: Verbirg dein Leben, Freund…

Klein sei als Quelle und sei groß als Fluß

(siehe unten)
Was/wer ich nicht bin (zur Klärung etwaiger Google-Irrtümer):
  • Ich  bin nicht auf Facebook. Das ist ein anderer. Bin auch nicht bei LinkedIn. Bei Xing als Karteileiche. Twitter nur als Nebeneffekt dieses Blogs.
  • Ich spiele nicht Fußball bei der FT München-Gern. Ich spiele überhaupt kein Fußball.
  • Ich bin nicht verwandt mit Beatrice Poschenrieder und Christoph Poschenrieder, dem Biobauern vom Tegernsee (soweit ich weiß). welch letzteren ich glaube empfehlen zu dürfen.
Mehr in der  Kurzbio bei Diogenes. Und ein paar persönliche Dinge verrate ich auch im Interview. Und hier das Porträt im Buchjournal (Herbst 2011), zum Erscheinen des Spiegelkastens.
  • Zu den Autoren, die ich immer wieder lese, zählen Joseph Roth, William Faulkner, Ernst Weiß, E. L. Doctorow, Gustave Flaubert, Theodor Fontane, Arhur Schopenhauer, und viele andere, die nicht nur was zu sagen haben, sondern auch schreiben können.
Das Sandkorn war 2014 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Seit April 2015 (und noch bis März 2016) bin ich Stipendiat in der Villa Concordia in Bamberg. Oktober bis Dezember 2016 darf ich als Künstlerstipendiat im Deutschen Studienzentrum in Venedig verbringen. Ansonsten halte ich es wie hier in einem schön spätromantischen Gedicht von Victor Hugo beschrieben (natürlich mit Abzügen beim Pathos und Einschränkungen in der Passage "...an der klaren Quelle deines Geistes..."; bin ja nicht Goethe).

An einen Dichter

Verbirg Dein Leben, Freund, breit aus den Geist. Ein Hügel, grün, geschmückt mit bunten Blumen, Ein Hohlweg, wo die weißen Ziegen klettern, Ein Thal, sich streckend unter einem Netz Von Zweigen, voll von Vogelnestern, voll Gesang und Flüsterstimmen, wenn zum Scherz Der Wind die Wipfel schüttelt, denen oft, Wie der zerstreuten Hand die Goldzechine, Ein Sonnenstrahl entfällt, der bis ins Tiefste Hinein durchleuchtet Deine stille Seele; Die Felsen, die Gott weislich so gestellt, Daß sie im Hintergrund des schönen Forsts Ein Echo bilden -- das ist Alles was Zur Wohnung und zum Leben Du bedarfst. Hier mußt Du, -- mag Dein Haus Gesang erfüllen Und Liebesfreude, Lachen oder Weinen, -- Hier mußt Du sein, Dich unter Deinem Dach Vergraben und Dein Leben eng begrenzen, Kaum einen Seufzer nach der dumpfen Höhle Der Städte sendend, in des Geistes Tiefen, Das süße, vor der Welt verborgne Leben, Zahllose stille Stunden widerspiegelnd Gemüthlich ohne Sorgen, ohne Reue, Den Kindern hold, der Todten treu gedenkend! Zugleich nach Lust und Laune durch die Welt Weit über Deinen heitern Horizont Hinaus laß fliegen Deine Poesie Im Sonnenschein, die edle Vagabundin. Laß im Tumult der Städte, durch die Stille Der Fluren, im Vorübereilen hier Gestreift von Lippen, dort von Todtenurnen, Ausströmen Deines Lieds krystallne Wellen, Laß sie, zu Gott, dem ewgen Abgrund rollend, Befruchtend, rein und ruhig, durch die Seelen Hingleiten, von Gedanken und von Träumen Ein unermessner Strom, der, weiter eilend Aufnimmt in seinem Schooße jedes Wasser, Das aus der Erde quillt, und träuft vom Himmel. O Freund, sei glücklich im Verborgnen! Lebe Im Schatten fort in tiefer heilger Stille, Ein Flüchtling, ein einsiedlerischer Denker. Und mag der Wandrer, leidend und bekümmert, Wenn ihn der Zufall führt in Dein Asyl, Bei Dir bescheidne Hoffnung, Frieden finden, Und Müdigkeit vergessen und Gefahren, Und an der klaren Quelle Deines Geistes Sich laben, ahnend nicht, daß an der Quelle Zugleich ein ganzes Volk den Durst sich löscht. Klein sei als Quelle und sei groß als Fluß. Victor Hugo, April 1839
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