Man kann vom Dichten leben erst, wenn man längst krepiert ist. (Gustav Meyrink)

»Sand am Meer« wird knapp…

Sand aus Trani/Apulien

Sand aus Trani/Apulien

Als Uni­ver­sal­me­ta­pher, als Bau­stoff für Rede­wen­dun­gen[1] der mehr oder weni­ger ori­gi­nel­len Sor­te ist »Sand« für immer uner­schöpf­lich. Die Dich­ter Wil­liam Bla­ke und Robert W. Ser­vice sehen sogar »die Welt in einem Körn­chen Sand«.[2]

Aber Sand ist auch Glas, Sand ist Com­pu­ter­chips (Sili­zi­um), Sand ist Haus, Stra­ße, Brü­cke. Ein Doku­men­tar­film auf Arte zeig­te kürz­lich, wie wert­voll – und gefähr­det – die­ser schein­bar unbe­grenzt ver­füg­ba­re, viel­fäl­ti­ge Roh­stoff ist: Sand – die neue Umwelt­zeit­bom­be (auf der Web­site im Video­stream zu sehen).  Strän­de, Koral­len­rif­fe und Lebens­räu­me ver­schwin­den, weil Kon­zer­ne den Sand vom Mee­res­grund schlür­fen, um ihn als Bau­ma­te­ri­al zu ver­kau­fen. In Afri­ka wird Sand man­cher­orts direkt vom Strand weg gekarrt. Fol­ge: die Küs­ten­li­ni­en ero­die­ren, das Meer frisst Land. Der glo­ba­le Bau­boom ver­langt nach irr­sin­ni­gen Men­gen an Beton, und der besteht zu zwei Drit­teln aus Sand. Die Ver­ein­ten Natio­nen haben die alar­mie­ren­den Ent­wick­lun­gen der letz­ten Jah­re in einem Report zusam­men­ge­fasst.

Noch ist die letzte Sandburg nicht gebaut…

…klar, aber wer hät­te gedacht, dass man sich je über die Sand­vor­rä­te der Welt Gedan­ken machen müss­te?

Für »Das Sand­korn« habe ich viel über Sand gele­sen; das ist eine geheim­nis­vol­le, fas­zi­nie­ren­de, zu Spiel und Stu­di­um ver­lo­cken­de Mate­rie. Viel zu scha­de für die Bau­ma­fia.

(18.6.2014)

Anmer­kun­gen    (↵ returns to text)
  1. »wie Sand am Meer«, »den Kopf in den Sand ste­cken«, »Sand im Getrie­be«, »auf Sand gebaut«, »Sand in die Augen streu­en«, »im San­de ver­lau­fen«, »in den Sand set­zen«, … etc etc
  2. W. Bla­ke: »To see a world in a grain of sand / And a hea­ven in a wild flower«;
    R. W. Ser­vice: »For look! Wit­hin my hol­low hand, / While round the earth care­ens, / I hold a sin­gle grain of sand / And won­der what it means (…)«


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